16.777.216
Permanente Lichtinstallation am Raiffeisenplatz in Bludenz, seit 2003
4 Masten, 24 Strahler à 400 Watt / 230 Volt,
Steuerungssystem und Touchpanel.
24 Scheinwerfer, verteilt auf 4 Masten, gebündeltes Licht fällt auf den Boden, bildet Lichtkreise und Lichtflächen. Der Titel 16.777.216 bezieht sich auf die Anzahl der theoretisch möglichen Lichteinstellungen. Jeder Strahler ist mit einem Steuerungssystem verbunden. Das Licht verändert sich
permanent. Mit "präziser Langsamkeit" (Axel Jablonski) gehen die Lichter an, aber sie verlöschen spontan. Größere und kleinere Lichträume entstehen, wachsen zusammen und auseinander. Es entsteht ein Platz in stetiger Veränderung. Ein Touchpanel lädt ein, die nach dem Zufallsprinzip programmierte Steuerung des Lichtes zu unterbrechen und selbst eine eigene Lichtchoreographie zu inszenieren.
8.388.608
EnBW, Karlsruhe 2005
23 Thorn-Mundial-Strahler à 2.000 Watt/380 Volt, Steuerungssystem.
23 Strahler, befestigt in unterschiedlicher Höhe an den 23 Fassadenstützen vor dem EnBW-Gebäude in Karlsruhe, bilden die Grundstruktur der Installation. In Form einer computergenerierten Dramaturgie schaltet sich das Licht in variablen Kombinationen nach der "Monte Carlo"-Methode ein und aus, d.h. nach dem Zufallsprinzip, das dennoch berechenbar ist. Die 23 Leuchten können 223 Mal in ihrer Schaltsequenz kombiniert werden. Ähnlich wie die Musik oder die Sprache aus einer endlichen Menge von Elementen besteht, z.B. aus den 26 Buchstaben des Alphabets, ermöglichen die 23 Lampen eine Lichtmusik des Zufalls. Die nach unten gerichteten Strahler bilden auch einen Vorhang aus Licht. Bei feuchtem Wetter oder Schneefall verdichtet sich dieser Vorhang durch die Regentropfen und Schneeflocken in den Lichtkegeln. Die Wärme der Lichtstrahlen sorgt dafür, dass die angestrahlten Bodenbereiche schnell wieder trocknen, sodass das Licht auf seiner Wanderung räumliche Spuren hinterlässt.
114 kW
Kunsthalle Schirn, Frankfurt am Main, 2006
57 Thorn-Mundial-Strahler à 2.000 Watt/380 Volt, TridonicAtco-Betriebsgeräte, Verteilerkasten, 57 Transformatoren, Leitungen.
Die Rotunde der Schirn wird mit 57 Scheinwerfern in einen gleißend hellen, weithin sichtbaren Lichtraum verwandelt. Museumsbesucher wie Passanten finden sich beim Betreten der Installation der gebündelten Strahlkraft von insgesamt 114 kW Lichtenergie ausgesetzt. Über die rein visuelle Wahrnehmung als Helligkeit hinaus wird dabei das Phänomen Licht in seiner Materialität auch physisch erfahrbar. Durch die bewusste Inszenierung der erforderlichen technischen Apparatur - einem Verteilerkasten, 57 Transformatoren und deren 57 mit den Strahlern verbundene Kabel - rückt das Licht aber auch in seiner Künstlichkeit in den Blick. Durch die unverhältnismäßig starke Beleuchtung eines unspektakulären Durchgangsorts wird auf den oft irrationalen
oder schlicht unästhetischen Einsatz von Kunstlicht bei der Beleuchtung öffentlicher Plätze oder Fassaden, der wesentlich zur "Lichtverschmutzung" über unseren Städten beiträgt, verwiesen: eine Arbeit, die sich in ihrer Dauer permanent wandelt, da sie je nach dem natürlichen Tageslicht unterschiedlich intensiv wahrgenommen wird. Während der Laufzeit der Installation in der Schirn verzichtet die Stadt Frankfurt auf die abendliche Fassadenbeleuchtung des Römers, der Paulskirche und des Doms.
>link: Kunsthalle Schirn
48 kW
ZKM, Karlsruhe 2005/06
24 Thorn-Mundial-Strahler à 2000 Watt / 380 Volt,
24 Transformatoren, drei Verteilerkästen, Baustellenleitungen
24 Strahler à 2.000 Watt/380 Volt sind auf einem Gerüst in drei Reihen übereinander mit je 8 Strahlern nebeneinander gereiht. Auf dem Boden dahinter liegen drei Verteilerkästen, 24 Tranformatoren und 51 Kabeln. Der Strom wird über drei Starkstromkabel zu den Verteilerkästen geleitet. Von dort aus führen 24 Kabel zu den Transformatoren. Dort wird der Strom umgewandelt und dann über weitere 24 Kabel zu den 24 Strahlern geführt. Di ese strahlen im Abstand von 4 Metern auf eine gegenüberliegende Wand. Die Energiegesamtleistung teilt sich in 4 Prozent nicht sichtbares UV-Licht, 43 Prozent sichtbares Licht, 23 Prozent Wärmestrahlung (Infrarot-Ante il), 30 Prozent Verlust (primär Wärme). Der Energieverbrauch zur Beleuchtung eines Fußballplatzes liegt bei 240.000 Watt. Der Energieverbrauch zur Beleuchtung einer 1 km langen Stadtstraße bei einem Mastenabstand
von 33 Metern und 150-Watt-Leuchten liegt bei 5.000 Watt. Zuzüglich der Schaufensterbeleuchtung liegt der Energieverbrauch jedoch bei 400.000 Watt. Die Beleuchtungsstärke der Strahler beträgt 10.000 Lux bei einem Abstand von 18 bis 20 Metern. Die Beleuchtungsstärke der Installation bei einem Abstand von 4,5 Metern zu den Strahlern beträgt 360.000 Lux. Die Beleuchtungsstärke des Mondes in einer Neumondnacht liegt bei 0,03 Lux, einer Vollmondnacht bei 2,00 Lux. Die Beleuchtungsstärke der Sonne an einem bewölkten Sommertag beträögt 20.000 Lux, an einem sonnigen Sommertag liegt sie bei 100.000 Lux.
Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe >link: ZKM
drehtext nr. 0594
assoziationen im streu(l)icht
1) light-awareness: ein lichtbewusstsein: eigentlich ein bewusstmachen
des streulichts, der lichtsmogglocken (eine diffusion moralisierender rede
bietet sich an, reflexives ökomurren streut aus).
2) die stufenlosen übergänge der unendlich vielen helligkeiten,
in die wir uns hüllen, die wir ständig aussenden: die unendlich
vielen schattierungen der beinahe-dunkelheiten, denen wir lichtaussendend
begegnen, die wir lichtaussendend strukturieren, rhythmisieren.
3) oder: die unendlich vielen lichträume im einzigen raum der lichtlosigkeit,
in der prä-bigbang-blackbox: photonischer zeitsmog, raumsmog, der sich
ausbreitende smog der raumzeitlichen kontinuität, das sich ausbreitende
bigbang-raumzeitkontinuum als universaler smog der völlig raumlosen,
zeitlosen, kontinuumslosen nichtigkeit.
4) eine kontinuierliche wechselwirkung:
das bedürfnis nach dunkelheit/dunkelheiten entwickelt sich in wechselwirkung
mit der entwicklung von möglichkeiten, das bedürfnis nach licht
zu befriedigen, mit immer neuem licht auf die sich entwickelnden lichtbedürfnisse
zu reagieren.
5) was eine lichtarbeit von siegrun appelt alles ans licht
bringt.
6) von aussen nach innen geholt, in verstärkter und stimmungs-aufhellender
tageslichtqualität, im käfig, zum eigenschutz der betrachter, die
womöglich mottenhaft reagieren könnten, strahlen die gebäudeanstrahler,
die beleuchter von architekturalen definitionen des raums, in die streulichttonne
der installation, bilden einen streulichthof. dem dichten licht, der hohen
lichtstärke entspricht eine hohe metaphorische konzentration: lichtmetaphern
heizen sich auf.
7) die ausgestellte konzentrierte licht- und wärmeleistung der gebäudeanstrahler
erzeugt ein strom- und verstromungsbewusstsein: a current awareness: a current/light
awareness für die ELECTRI-CITY wie fürs LICHTE STROMLAND, durch
beziehungsweise in licht und ablicht hastende, flanierende stadtbewohner:
ELECTRI-CITOYENS; am land und in den städten erscheint die LICHTLANDWIRTSCHAFT,
die lichtstreuenden siedlungsformen. ELEKTRIZITATE aller bauepochen widerscheinen
in täglicher nacht.
8) diffusität und verdichtung des lichts erzeugen den wunsch nach schwärze,
nach einschlüpfen in beziehungsweise nach ausschlüpfen hinaus in
die lichtlosigkeit, in die undurchdringliche wie widerstandslose schwärze,
in der die beiden unendlichkeiten der äusseren und inneren blackbox verschmelzen:
vollkommenes durchschauen vollkommener transparenz.
9) satori: erleuchtung ohne widerschein.
HERBERT J. WIMMER/WIEN, 28.-30. JULI 2004, >link:Sonderzahl








38.028.797.018.963.968
Die hier besprochene Lichtinstallation mit dem Titel 38.028.797.018.963. 968
auf dem Maag-Areal in Zürich ist die zweite von mittlerweile drei vergleichbaren
Arbeiten von Siegrun Appelt. Die erste mit dem Titel 16.777.216 auf dem Raiffeisenplatz
in Bludenz in Vorarlberg entstand 2003. Im Oktober 2004 wird 68.719.476.736
auf dem Hof des Museumsquartiers in Wien realisiert. Die Wahl der Scheinwerfer
sowie die Wahl der Masten sind je nach Ort verschieden. Im Fall der Arbeit
auf dem Maag-Areal in Zürich wurden die Scheinwerfer jedoch nicht an
Masten angebracht, sondern an den Dachkanten verschiedener Gebäude. Gleich
ist allen Installationen die Art der Schaltung nach der die Scheinwerfer einzeln
angehen und erlöschen. Dies wird jeweils von einem Zufallsgenerator gesteuert.
Die Anzahl der verschiedenen Kombinationen und Möglichkeiten ergeben
die Titel der Lichtinstallationen.
Mit Einbruch der Dämmerung wird das An- und Ausgehen in verschiedenen Kombinationen von 55 Stück 2000 Watt starken Scheinwerfern weithin sichtbar. Verteilt über die Dachkanten der Gebäude, verändern sie das heterogene Erscheinungsbild des industriell geprägten Areals. Die Räume zwischen den Gebäuden werden verschieden wechselnd ausgeleuchtet. In das vormals produktionsbedingte, nutzungsorientierte Wegesystem treten Scheinwerferkegel, überkreuzen sich, wechseln sich ab und verschwinden abrupt wieder. Das ganze Areal, das die Beleuchtung gleichsam zusammengefasst, wird in dem wechselnden Licht zu einem neu erlebbaren Objekt der Betrachtung.
Das Maag-Areal, bis vor kurzem noch Metall verarbeitende Produktions-stätte unter anderem für riesige Zahnräder, hat sein Äußeres bisher noch kaum merklich verändert. Eine radikale Umnutzung im Inneren ist jedoch voll im Gang. In die Hallen und Büros haben alternative Produktionsstätten, Architektur- und Designbüros, eine Tanzschule, die größte schweizer Jugendkirche und vieles mehr Einzug gehalten. Dazu sind Konzert- und Veranstaltungshallen eingerichtet worden. Diese Art der Umnutzung spiegelt auf idealtypische Weise das Bild einer neuen auf Flexibilität ausgerichteten Dienstleistungsgesellschaft wieder. Doch der Hintergrund, vor dem dies geschieht, ist in seinen festen Bestandteilen noch der alte. Die wuchtige Szenerie des gesamten Areals ist ein noch immer wirksamer Geschichtsraum einer Gesellschaft, deren Lebensformen sich immer schneller wandeln. Städtebaulich wie auch architektonisch wird dies noch über lange Zeit sichtbar sein. Dieses Quartier, das früher nur von Men-schen, die an der Produktion teilnahmen, frequentiert wurde, ist nun für alle möglichen neuen Interessen geöffnet worden.
Auf den ersten Blick fügt sich Siegrun Appelts Arbeit vermittelnd wie auch verbindend ein: Das Aussehen der Scheinwerfer unterscheidet sich kaum von der Beleuchtung zu früheren Zeiten der noch ursprünglichen Produk-tion. Auch dass das Areal bis tief in die Nacht durch die Lichtinstallation beleuchtet wird, erinnert an vormalige Zeiten, als im Schichtbetrieb auch nachts die Produktion lief. Nur der langsame, ja behäbige Wechsel der Lichtinszenierungen lässt irritieren. Lichterwechsel, schnell und aggressiv oder verspielt und farbig, wie allzu sehr bekannt sind nicht die Sache der Künstlerin. Vielmehr streng und kalt, mit hörbar technischen Geräuschen, einem Klacken und einem kurzen Rauschen, die das An und Aus der Scheinwerfer begleiten, wird man dem Licht auf dem Areal ausgesetzt, geblendet oder noch gerade angestrahlt, plötzlich im Dunkeln stehen-gelassen. Die Scheinwerferkegel ändern jeder einzelne ihre Position nicht. Man hat es mit einer Inszenierung zu tun, bei der man nur beiläufig daZugfahrtehört. Die Licht- inszenierungen genügen sich selber.
Lagerbeleuchtung, Theaterlicht und Flutlichtanlagen wie in Stadien kommen in den Sinn. Mehr noch als das Licht erzeugt das Erlöschen eines Schein-werfers die Aufmerksamkeit. Gebäude- ecken und Asphalt, irgendein Ort oder Mensch, der gerade noch im Licht war, fällt zurück in seine Ano-nymität und war doch für die Zeit seiner Beleuchtung besonders. 38.028.797.018.963.968 fügt sich ein, unscheinbar kaum als Kunst wahr-nehmbar, denn als irritierende Maßnahme in eine Situation, die genauso vielgesichtig ist, wie die Arbeit von Siegrun Appelt aufgefasst werden kann. Sie nimmt insofern eine subversive Stellung als Kunst im öffentlichen Raum ein, als die Irritation, die sie auslößt im Affirmativen liegt und gleichzeitig das zeitgeistig Schnelle durch die ihr eigene Langsamkeit unterläuft. Das Maag-Areal ist und war immer nutzungsorientiert angelegt. Jetzt ist es pittoresker Hintergrund für zeitgeistiges Wirtschaften. Beobachten, beo-bachtet werden, dazugehören oder nicht. All dies schwingt mit als Atmos-phäre auf dem Maag-Areal. Es soll ab 2008 einem neuen Stadtteil weichen. Ein Geschichtsraum für Zürich im wörtlichen und übertragenen Sinne. Eine Lichtinstallation die präzis offen, lockend, verheißungsvoll und unroman-tisch ist, begleitet den aufmerksamen wie auch den desinteressierten Pas-santen. Entziehen kann man sich der Installation auf dem Areal nicht, genauso wenig wie den kommenden Veränderungen.
AXEL JABLONSKI, >link: basis-wien
Verdichtetes Licht
Intensität und Stärke von Licht gehen von einer minimalen Wahr-nehmbarkeit bis zu einer extremen, fast schmerzhaften Konzentration. An einem bewölkten Tag im Sommer messen wir etwa 20.000 Lux, scheint jedoch die Sonne, steigt der Wert auf 100.000 Lux. In einer Vollmondnacht sind bis zu zwei Lux messbar, in einer Neu-mondnacht nur 0,03 Lux. Diese nüchternen Informationen vergegenwärtigen Dimensionen, die für das Verständnis von Siegrun Appelts Installation 72 kW im A9 forum transeuropa wesentlich sind. Im Rah-men dieser Arbeit, die speziell für diesen Kunstraum im Wiener Museumsquartier konzipiert wurde, setzt die Künstlerin 36 lichtstarke Thorn Mundial R Außenleuchten mit einem Lichtstrom pro Strahler von 200.000 Lumen undeiner Gesamtleistung von 72 Kilowatt ein. In einem nicht zugänglichen Raum, der kaum größer als vierzig Quadratmeter ist, strahlen die auf einem Gerüst liegenden Industrieleuchten die gegenüber-liegende, durchgehend weiße Wand an. Jeder Strahler hätte in rund zwanzig Metern Entfernung eine Beleuchtungsstärke von 10.000 Lux, die gesamte Installation kommt bei einem Abstand der gegenüber-liegenden Wand von 3,5 Metern auf rund 400.000 Lux. Es gibt zwar derzeit keine verbindlichen Grenzwerte für elektrische, mag-netische oder elektromagnetische Wechselfelder, die elektromag-netische Strahlung der Installation liegt aber ab 20 cm Entfernung zu den Leuchten unter dem empfohlenen Feldstärke-Grenzwert von 100 Mikrotesla, während der Geräuschpegel der Transformatoren 72 Dezibel erreicht.
Für die Beleuchtung eines durchschnittlichen Büros von 25m2 werden etwa 500 Watt verbraucht. Für die Beleuchtung von einem Kilometer Überlandstraße — bei einem Mastenabstand von fünfzig Metern und je einer Leuchte zu 150 Watt — werden etwa 3.000 Watt benötigt. Im Stadtgebiet steigt der Wert auf rund 5.000 Watt, da die Masten in der Regel in engerem Rhythmus gesetzt sind. Befinden wir uns in einer Einkaufsstraße mit vielen Schaufenstern und Hauseingängen, kann der Verbrauch auf über 400.000 Watt steigen. Der Energieverbrauch der Installation – es sind die 72 Kilowatt, die der Ausstellung den Namen geben – entspricht einem Drittel des Verbrauchs für die Beleuchtung eines Fußballfeldes während eines Spiels.
In Appelts Installation werden einerseits die Lichtquellen selbst, ander-erseits die für die Wahrnehmung von Licht notwendigen Reflektions-flächen auf kleinstem Raum konzentriert. Die Ausstellungsbesucher werden mit einer Verdichtung von Energie konfrontiert, die schmerzhafte Grenzen erreicht. Grellstes Licht, die permanent präsenten Geräusche der Transformatoren und starke Hitze rufen körperliches und psychisches Unbehagen hervor.
Es geht bei Appelts Arbeit nicht um eine Freistellung von Licht als künstlerisches Medium oder um die Eigenständigkeit des Leuchtens, der Bezug zu den Lichtquellen selbst ist ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit. Erst in dieser Verbindung wird die Künstlichkeit des Lichtes ver-deutlicht, Wahrnehmungsgewohnheiten werden einer Prüfung unter-zogen. Unsere alltägliche Wahrnehmung ist keineswegs selbstver-ständlich gegeben. Sie ist in hohem Maße kulturell vermittelt, ein über den Zivilisationsprozess des Menschen geformtes Kulturprodukt, das nicht natürlich vorgegeben ist. Darüber hinaus löst Licht in unter-schiedlichen Zusammensetzungen entsprechende psychische Reaktionen wie Wohlbefinden, Unruhe oder Wachsamkeit hervor.
Das menschliche Auge ist ein hochkomplexes Instrument der Wahrnehmung. Aus
der Physik ist bekannt, dass sich weißes Licht in verschiedene Farben
aufspalten lässt, die unterschiedliche Eigenschaften haben und beim Menschen
unterschiedliche Wahrnehmungen hervorrufen. Lichtempfindliche Zäpfchen
im Auge nehmen einerseits alle Farben wahr ohne sie zu unterscheiden und erlauben
damit z.B. Schwarz-Weiß-Sehen im Dunkeln, andererseits ermöglichen
sie bei genügend Licht die Wahrnehmung aller einzelnen Farben. Die Grenzen
für diese Wahrnehmbarkeit variieren von Mensch zu Mensch. Und um die
Feinjustierung dieser Grenzen geht es bei Siegrun Appelts Arbeit.
Die hier beschriebene Installation steht in direktem Zusammenhang mit der
ab Oktober 2004 im Innenhof des Museumsquartiers eingerich-teten, vom MUMOK
initiierten Lichtinstallation 68.719.476.736. Im Rahmen dieser Großinstallation
hat Appelt die Leuchten der Installation 72 kW erneut eingesetzt, allerdings
mit einem anderen Resultat. Kein statisch-verdichteter, klar definierter Lichtraum
wird im Hof erzeugt, vielmehr entstehen unterschiedliche, nach einem Zufallsprinzip
gesteuerte, sich permanent verändernde Lichtsituationen, die die bereits
mit den Installationen 16.777.216 auf dem Raiffeisenplatz in Bludenz (2003)
und 38.028.797.018.963.968 auf dem Maag-Areal in Zürich (2003) begonnene
Arbeit weiterführen.
Siegrun Appelts Arbeiten drehen sich seit Jahren um Faktoren der menschlichen Wahrnehmung. Hat sie in ihren Videos von Zugfahrten die Landschaft vorbeiziehen lassen, so hat sie in den letzten Jahren ihr Augenmerk verstärkt auf ruhende Räume gelegt und sich der Quelle und Bedingung unserer Wahrnehmung, dem Licht, gewidmet. Zugleich hat ihre Auseinandersetzung mit den Ursachen und Folgen der soge-nannten Lichtverschmutzung eingesetzt. Es geht dabei um jene Licht-glocke über Städten und Ballungsräumen, die durch das Streu- und Reflektionslicht künstlicher Beleuchtungsanlagen erzeugt wird.
Eine zu 72 kW völlig konträre Situation finden wir im Schlosspark
von Eybesfeld in der Südsteiermark. Appelt hat hier eine Wegebeleuchtung
entwickelt. Mit minimalem Lichteinsatz — es werden lediglich 38-Watt-Leuchtstoffröhren
verwendet — und unter Vermeidung unnötigen Streu-lichts, werden
die Fußgänger vom Licht gewissermaßen abgeholt und begleitet.
Zahlreiche Tests haben gezeigt, dass auch bei dieser minimalen Lichtkonzentration
eine ausreichende Beleuchtung möglich ist.
Wird in Eybesfeld eine Schärfung der Wahrnehmung durch Verknappung des
(Licht-) Angebots erreicht, macht gerade die Installation 72 kW durch die
Schärfe des Konzentrats unseren unkontrollierten Umgang mit Energie bewusst
STEFANIA PITSCHEIDER, >link: WochenKlausur
Musik als permanente Evolution
ÜBER DIE KLANGINSTALLATION VON MARTIN SIEWERT UND MARTIN BRANDLMAYR BEIM KUNSTPROJEKT URBAN IM MAAG AREAL/ZÜRICH
Klangwellen: Leicht vibrierende, langgezogene Töne, die sich in den
Raum ergießen, von den Wänden reflektiert werden, unterschiedliche
Filterpro- zesse durchlaufen und dabei fast unmerklich ihren klangfarblichen
Charakter ändern. Granulare Soundpartikel, die sich zu einer akustischen
Doppelhelix verketten und ziel- und absichtslos durch das Environment irrlichtern.
Dann wiederum: Akustische Phänomene, die wie das ferne Echo hoher Glockentöne
klingen, fein abgestufte Intensitätsdifferenzen, subliminale akustische
Phänomene an der Peripherie der Wahrnehmung, unterbrochen von aggressiv
bohrendem Schnarren. Hier wird kein musikalisches Drama aufgeführt, sondern
ein evolutiver Prozeß getriggert: Klänge, die von verschiedenen
CD-Playern abgesandt werden, verbinden sich zu immer wieder neuen Amalgamen,
die Asynchronität geloopter Fertigteilbausteine ermöglicht die permanente
Permutation.
Zwar behauptet die Klanginstallation von Martin Siewert und Martin Brandlmayr
im Rahmen des multimedialen Kunstprojektes “Urban“ auf dem postindustriellen
Maag-Areal in Zürich erfolgreich ihre ästhetische Autonomie, doch
sie ist kein solipsistisches Ausgrenzungs- und Abschottungsspektakel. Das
Klicken und Klacken der Schuhe von Passanten, die die Halle durchqueren, wird
zum integralen Bestandteil der Assemblage: Rhythmisches Interpunktionszeichen,
aleatorisches Störmanöver, Hier und Jetzt des nicht steuerbaren
Alltagsgeschehens. Und die Chiaroscuro-Lichtregie von Siegrun Appelt - die
Hell-Dunkel-Effekte, die graduellen Variationen der Leuchtkraft, die wechselnden
visuellen Markierungen unterschiedlicher Zonen und Segmente des Areals –
interagiert auf subtile Weise mit dem Klanggeschehen. Manchmal scheint es,
als ob ein Dieu caché einen Schalter umlegt und das fluktuierende optisch-akustische
Environment in eine andere Seinsfalte, ein differentes existentielles Paradigma
katapultiert: Instabilität der Symmetrie, Zeichensetzung im metasprachlichen
Raum der irritierenden Kontingenzen.
Oft scheint die Klanginstallation von Siewert/ Brandlmayr Töne, Geräusche,
abstrakte akustische Signifyer hervorzubringen, die vertraut erscheinen: das
Rumpeln von schwerem Gerät in einer industriellen Fertigungshalle, das
obszöne Fauchen einer Dampfturbine, das weiße Rauschen übereinandergeschichteter
Klang-Signale aus den Eingeweiden einer entfesselten Maschinenwelt. Man glaubt
darin eine beinahe romantische Reminiszenz an ein prä-digitales Zeitalter
der mahlenden Kolben und der ratternden Motoren herauszuhören.
Doch es handelt sich nicht um Mimesis, sondern um klangliche Approximation. Und gerade die minimale Differenz, die die synthetisierten akustischen Partikel von der analogen Geräuschproduktion einer schon historisch gewordenen Epoche des Kapitalismus trennt, produziert eine Desorientierung, die vielleicht dem Begriff des Unheimlichen entspricht, wie ihn Freud definiert hat, als „jene Art des Schreckhaften, welches auf das Altbekannte, Längstvertraute zurückgeht.“
Martin Siewert und Martin Brandlmayr gehören zu jener Generation von Klangexploratoren, die seit den neunziger Jahren, jenseits von Genres und stilistischen Dogmen, an einer neuen Bewertung und Gewichtung akustischer Parameter arbeiten. In dem internationalen Geflecht der undogmatischen Soundsucher bildet Österreich mit Ensembles wie Efzeg, Trapist, Radian und Musikern wie dem Trompeter Franz Hautzinger, dem Laptopspieler-Christian Fennesz, dem Bassisten Werner Dafeldecker und dem Turntable-Virtuosen Dieb 13 eine zahlenmäßig starke und ästhetisch markante Community. Es geht, wie Martin Siewert sagt, „um die avancierten Ausdrucksformen von instrumental codiertem Material.“ Um eine Musik, die nicht mehr der Linearität und den Narrativen der herkömmlichen Komposition verpflichtet ist, sondern einer Ästhetik der Schichtung, der psychoakustischen Stratifizierung, und der im Loop sich abbildenden Recognition Patterns.` Um eine Klangforschungsleistung, die Töne nicht mehr in erster Linie als Module in funktionsharmonischen Zusammenhängen wahrnimmt, sondern ihnen einen Eigenwert belässt, ein langes Ein- und Ausschwingen ermöglicht. Man kann Elemente dieser analog/digitalen Mischmusik auf die Zufallsoperationen und Soundmanipulationstechniken von John Cage zurückführen, auf die Strategien der Bewusstseinsschärfung von Ensembles wie AMM, auf die zellular-evolutiven Motivagglomerationen von Minimalisten wie LaMonte Young und Terry Riley. Aber erst in Verbindung mit digitalen Prozessierungstechniken, mit Granular- und Resample-Features erhält sie jenen spezifischen Charakter, der sie als ästhetische Signatur einer Epoche im dialektischen Konflikt zwischen realen Residuen und virtuellen Spiegelwelten erlebbar macht.
Die Musik von Siewert, Brandlmayr und Co. unterwirft sich keiner Ideologie, die aus „Tendenzen des Materials“ (Adorno) apodiktische Festschreibungen zukünftiger Ästhetiken ableitet, sondern sie arbeitet undogmatisch aus der Fülle gegenwärtiger Möglichkeiten heraus. Sie ersetzt die geschichtsphilosophische Prognostik durch Synchronität, die ästhetische Teleologie durch die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen. Sie will nicht unbedingt emphatisch die Zukunft erobern, so wie zahlreiche Projekte der Moderne des 20. Jahrhunderts, sondern die Gegenwart in einer Weise durchdringen, wie das bisher noch nie geschehen ist, und dabei ohne Schamröte auch auf „gesellschaftlich vernutztes“ Material (Adorno) zurückgreifen. In der Sprache des Dadaismus, schreibt der Komponist Bernhard Lang, sei es darum gegangen „Linearität aufbzubrechen, Synchronität einzuführen, den Zeitstrom umzudrehen und dabei eine neue Differenz und Intensität des Ausdrucks zu finden.“ Vielleicht erfasst dieses Programm auch einige Aspekte der Kunst von Siewert/ Brandlmayr und, im weiteren Sinne, der globalen Improv-, Glitch- und Laptop-Gemeinde. Denn die geheimnisvollen Tore des Unmöglichen können nur geöffnet werden, wenn es den Musikern gelingt, dem Illusionismus des Fortschritts abzuschwören, und die „akustischen Markierungen auf dem Körper der Dinge“ (Toni Negri) zu dechiffrieren.
THOMAS MIEßGANG, >link: Kunsthalle Wien



















68.719.476.736
Eine Lichtinstallation im MQ-Areal
14.10.04 – 14.10.05
Mit der Lichtinstallation 68.719.476.736 von Siegrun
Appelt stellt das MUMOK gemeinsam mit Zumtobel Staff seinen Beitrag zur Bespielung
des MQ Hofareals vor. Vier Lichtmasten und eine computergenerierte Dramaturgie
für die Einsätze von insgesamt 36 Scheinwerfern inszenieren das
architektonische Ensemble des MQ und verwandeln es in eine Art Bühnenlandschaft
für Besucher und Passanten des MuseumsQuartiers.
Siegrun Appelt
In ihren Fotografien, Videos und Installationen widmet sich die in Wien lebende
Künstlerin Siegrun Appelt (geb. 1965 in Bludenz) der Darstellung bzw.
Inszenierung des Veränderlichen, Flüchtigen und Bewegten unter den
Bedingungen der Mediatisierung und Technologisierung. Nuancenreiche Licht-Schatteneffekte
in textilen Faltenwürfen, atmosphärische Wolkengebilde, aus dem
Zug gefilmte, „vorbeifliegende“ Landschaften, sowie Räume
und Architekturen in wechselnden Lichtsituationen bilden ein vielschichtiges
Spektrum an Motiven in ihrem Schaffen, mit denen Appelt Verschiebungen, Übergänge
sowie Prozesse der Veränderung und Differenzierung thematisiert.
Die Installation
Aus der Beobachtung beleuchteter öffentlicher und urbaner Bereiche hat
Appelt raumgreifende Lichtinstallationen entwickelt, die über die Funktion
der bloßen Beleuchtung hinausweisen. Die im zentralen Hofareal des MQ
aufgestellten Lichtmasten mit 36 Scheinwerfern zeigen ein - per computerprogrammiertem
Zufallsprinzip - präzises choreographiertes Zusammenspiel aufleuchtender
und wieder verlöschender Lichteinsätze. In seiner Veränderlichkeit
und Modulation erinnert dieses Spiel des Lichts an theatrale Beleuchtungseinsätze
und scheint das Ambiente des MQ in eine Art Bühnenlandschaft zu verwandeln,
in der die Passanten Beobachter und Beobachtete zugleich sind. Das Licht überspielt
die physischen Grenzen des Platzes und der Architektur bzw. verknüpft
sie in wechselnden Licht-Schattenkonstellationen.
Es stellt immer wieder neue, einander ablösende Perspektiven der Wahrnehmung
her und wird als wirklichkeitsstrukturierendes und veränderndes Medium
erfahrbar. In seinem Bannkreis werden die Schauräume der Kunst mit ihren
eigenen ausgefeilten Lichttechniken selbst zu beleuchteten Objekten und Exponaten.
Die auf permanente Modulation ausgerichtete Lichtregie bewirkt, dass das Licht
nicht einfach als Mittel der Beleuchtung funktioniert, sondern dass es selbst
als Quelle und Ursache des Sichtbaren erkennbar und betrachtbar wird. So erweisen
sich die Wahrnehmung und Sichtbarkeit des Umraumes als Funktionen technoider
und mediatisierter Rahmenbedingungen. Während üblicherweise die
prägende Allgegenwart medial vermittelter Bilder den Blick auf deren
Ursachen und Absichten versperrt, verweist Appelts Installation auf den medialen
Charakter jener Bilder, die wir uns von der Welt und unserer Beziehung zu
ihr machen.
Lichtregie mit 68.719.476.736 Varianten
Der Titel der Arbeit 68.719.476.736 verweist auf die Zahl der möglichen
Varianten des Zusammenspiels der unterschiedlichen Beleuchtungssequenzen.
Es zeigt sich, dass ein Menschenleben nicht reichen würde, um das ganze
Spektrum an Möglichkeit zu sehen und zu erleben. Insofern handelt diese
Installation mit der Flüchtigkeit des Lichtes auch vom Vergehen der Zeit
und der Vergänglichkeit des Lebens, als eines seinerseits in ständiger
Veränderung begriffenen Kontinuums, in dem Zufall und Notwendigkeit einander
hervortreiben.
Ein Projekt des MUMOK Museum Moderner Kunst Stiftung
Ludwig Wien mit Zumtobel Staff in Kooperation mit dem MuseumsQuartier Wien
und der freundlichen Unterstützung des Museum Leopold, der Halle E+G
und der Kunsthalle Wien.

mirror-light.dome Permanente Installation
Grazer Congress 2004 (in Zusammenarbeit mit Gerold Tagwerker)
288 kW
Die Vorarlberger Künstlerin Siegrun Appelt, geb. 1965, verwandelt das Kunsthaus Bregenz in den Sommernächten 2005 in eine hell leuchtende Lichtskulptur. Mit dieser Arbeit setzt das Kunsthaus Bregenz die langjährige künstlerische Tradition der Auseinandersetzung mit der gläsernen Außenhaut des Gebäudes und dem öffentlichen Raum in Vorarlberg fort. Erinnert sei u. a. an James Turrell, Keith Sonnier, Tony Oursler, Ruth Schnell, Tone Fink und Jenny Holzer. Das Projekt besteht aus drei Werkelementen. Das Kernstück sind 144 lichtstarke Thorn-Mundial-R-Außenleuchten mit einem Lichtstrom von 200.000 Lumen pro Strahler und einer Gesamtleistung von 288 Kilowatt. Auf allen vier Seiten des Kunsthauses werden je 36 Strahler aus dem Lichtgraben des Untergeschosses im Zwischenraum der Fassade gegen den Himmel leuchten. Während der ersten fünfzehn Minuten werden alle Scheinwerfer zugleich strahlen und insgesamt 288 kW Strom verbrauchen. Nach dieser Einleuchtungsphase beginnt das Licht dann allmählich »seitenweise«in einem Rhythmus von etwa dreißig Minuten um das Kunsthaus zu wandern. Jede der vier Fassadenseiten leuchtet somit ca. acht Minuten, bevor das Licht um die Ecke verschwindet. Unverzichtbarer Bestandteil dieser skulpturalen Inszenierung ist die aufwändige technische Installation aus Schalt- und Verteilerkästen, 144 Vorschaltgeräten und dem Hunderte Meter langen Kabelversorgungsnetz, das gebündelt zu den 144 Strahlernin der Zwischenfassade führt und auf das die Besucher unvermittelt im Untergeschoss treffen. Somit wird auch tagsüber die Energie sichtbar, die mit der Dämmerung den Himmel über Bregenz zum Leuchten bringt. Eine Dokumentation im Untergeschoss erläutert in Bild und Text die Zusammenhänge des komplexen Projekts, die Außenstationen und die Intentionen der Künstlerin. Die ungeheure Lichtintensität der Arbeit Siegrun Appelts am Kunsthaus erhält an verschiedenen Orten in Vorarlberg ihre konzeptuelle Entsprechung. Jeden Abend werden zwischen 22.00 und 22.15 Uhr an markanten Punkten im Land die Lichter abgeschaltet: Der Strombedarf für die Außenbeleuchtung einer Reihe von öffentlichen Gebäuden, Industrieanlagen, Kirchen, Monumenten, Privathäusern und historischen Gebäuden in Bregenz, Bludenz, Feldkirch, Dornbirn, Hohenems, Nenzing, Koblach und diversen anderen Orten wird in Summe dem Strombedarf von 288 kW für die Installation im Kunsthaus Bregenz entsprechen. Siegrun Appelts Arbeiten drehen sich um Faktoren der kulturellen Wahrnehmung von Licht und Räumen. Hat sie in ihren Videos von Zugfahrten Landschaften vorbeiziehen lassen, legt sie in den letzten Jahren ihr Augenmerk verstärkt auf ruhende Räume und widmet sich der Quelle und Bedingung der Wahrnehmung, dem Licht. Zugleich hat ihre Auseinandersetzung mit den Ursachen und Folgen der so genannten Lichtverschmutzung eingesetzt, also von Licht zur Akzentuierung von »wichtigen«Gebäuden wie Kirchen, Burgen, Schlössern, aber auch Geschäften, Privathäusern und Industrieanlagen, die durch spektakuläre Beleuchtung als Attraktionsorte markiert werden, obwohl ihnen funktional ein ganz anderer Sinn zukommt. Es geht dabei um jene Lichtglocke über Städten und Ballungsräumen, die durch das Streu- und Reflexionslicht künstlicher Anlagen erzeugt wird. Durch die Ausweitung des Projektes und die Einbindung vieler Orte im ganzen Land Vorarlberg in die Lichtskulptur des Kunsthauses entsteht eine reflexive Verbindung zwischen dem Ausstellungshaus und den Standorten der beleuchteten bzw. unbeleuchteten Objekte – eine dialektische Demonstration des kulturell kodierten Schauwerts von Licht und des dafür jeweils nötigen Energieeinsatzes.














| Arbeiten mit Licht Moderato cantabile Intérieurs Zugfahrt L'eclisse Fünfhaus | ||||||||
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114 kW 48 kW 8.388.608 288 kW 72 kW 38.028.797.018.963.968 | ||||||||